Für Klimt braucht es kein Sonderticket: „Der Kuss“ gehört zur ständigen Sammlung, jedes Ticket fürs Obere Belvedere schließt ihn ein. Die eigentliche Kunst ist, das Bild nicht über dreißig fremde Köpfe hinweg zu betrachten.
Das Wichtigste für Klimt-Besucher
- Ticket
- Oberes Belvederekein Zusatzticket nötig
- Saal
- 2. Obergeschossausgeschildert
- Fotografieren
- Erlaubtohne Blitz und Stativ
- Ruhigste Zeit
- Erste Stundeab 9:00 Uhr
- Zeitbedarf
- 45 Min.alle Klimt-Säle
- Ganzjährig
- JaBild wird nicht verliehen
Wo genau „Der Kuss“ hängt
Das Gemälde hängt im zweiten Obergeschoss des Oberen Belvedere in den Sälen der Wiener Kunst um 1900, in einem abgedunkelten Raum mit eigener Beleuchtung. Der Weg: Prunkstiege ganz hinauf, dann der Beschilderung folgen – Sie hören den Saal meist, bevor Sie ihn sehen.
Das Belvedere besitzt die größte Klimt-Gemäldesammlung der Welt; die Goldbilder sind das Zentrum der Hängung. Umgestaltungen kommen vor, „Der Kuss“ bleibt aber stets im zweiten Stock. aktuelle Saalnummer beim Besuch prüfen
Die beste Uhrzeit vor dem Bild
| Uhrzeit | Situation im Klimt-Saal |
|---|---|
| 9:00–9:45 | Oft unter zehn Personen. Sie können minutenlang frontal stehen. |
| 10:00–11:30 | Gruppen treffen ein, erste Selfie-Traube. |
| 11:30–15:00 | Drei bis vier Reihen vor dem Bild. Frontale Sicht nur mit Geduld. |
| 15:00–17:00 | Langsame Entspannung. |
| 17:00–Schluss | Zweites gutes Fenster, besonders im Sommer bei Abendöffnung. |
Die Menge steht mittig. Von der linken Saalseite sehen Sie das Gold im Streiflicht – dort wird die Reliefstruktur der Ornamente sichtbar, die frontal verschwindet. Der beste Platz ist selten der mittlere.
Was Sie vor dem Original sehen
Reproduktionen bereiten schlecht auf das Original vor, denn „Der Kuss“ ist kein flaches Bild: Klimt kombinierte Ölfarbe mit echtem Blattgold und Silber, dazu reliefartig aufgetragene Ornamente. Im Saal verändert sich das Bild mit jedem Schritt.
- Das Format überrascht – 180 mal 180 Zentimeter, ein exaktes Quadrat, größer als erwartet.
- Zwei Ornamentsprachen – Rechtecke auf seinem Gewand, Kreise und Blüten auf ihrem: Klimt trennt die Figuren durch Muster, nicht durch Linien.
- Der Abgrund – die Blumenwiese endet an einer Kante; die knienden Figuren balancieren am Rand. Das Detail übersehen die meisten.
- Byzanz in Wien – die Goldgrund-Idee brachte Klimt von den Mosaiken in Ravenna mit; die Ikonen-Anmutung ist Absicht.
Entstanden ist das Bild 1908/09 auf dem Höhepunkt der Goldenen Periode. Das Museum – damals Moderne Galerie – kaufte es bereits 1908, noch vor der Fertigstellung, direkt aus der Kunstschau. Seither hat es das Haus nicht gewechselt.
Werkdaten laut Sammlungskatalog des Belvedere (belvedere.at).
Die anderen Klimts im Haus
„Der Kuss“ zieht die Menge, aber die Sammlung rundherum erklärt, warum Klimt mehr ist als Gold. In denselben Sälen hängen unter anderem:
- „Judith“ (1901) – das erste Goldbild: aggressiver, erotischer, mit dem Rahmen aus der Werkstatt seines Bruders.
- Porträts der Wiener Gesellschaft – darunter das Bildnis der Fritza Riedler, Klimts Antwort auf Velázquez.
- Landschaften vom Attersee – die quadratischen Sommerbilder, fast pointillistisch, ganz ohne Gold.
- Spätwerke – lockerer Pinsel, ungebrochene Farbe; der Weg, den der Tod 1918 abschnitt.
Direkt daneben: Egon Schiele („Die Familie“, „Tod und Mädchen“) und Oskar Kokoschka – die Generation, die Klimts Dekor in Nervosität übersetzte. Überblick über die gesamte Sammlung: Gemälde im Belvedere.
Warum das Bild nie auf Reisen geht
Museen weltweit fragen an, das Belvedere lehnt ab – seit Jahrzehnten. Der Grund ist konservatorisch: Blattgold und Silberauflagen reagieren empfindlich auf Klima- und Erschütterungswechsel, das Risiko eines Transports gilt als nicht vertretbar. Wer „Der Kuss“ sehen will, muss nach Wien. Das ist keine Marketingfloskel, sondern der Kern jeder Reiseplanung: Es gibt keinen zweiten Ort.
Klimt-Route in 45 Minuten
- 9:00 Uhr: EinlassErstes Zeitfenster nehmen, Garderobe zügig, Prunkstiege hinauf in den zweiten Stock.
- 9:10 Uhr: „Der Kuss“Erst frontal, dann von links im Streiflicht. Zehn ruhige Minuten, bevor die ersten Gruppen kommen.
- 9:25 Uhr: Goldene Periode„Judith“ und die Porträts im selben Saalbereich.
- 9:40 Uhr: Schiele und KokoschkaDer Kontrast macht beide Positionen klarer.
- 9:55 Uhr: frei nach InteresseAttersee-Landschaften vertiefen – oder hinunter in den Marmorsaal, solange der Vormittag ruhig ist.
Häufige Fragen
Wo hängt „Der Kuss“ von Gustav Klimt?
Im Oberen Belvedere in Wien, im zweiten Obergeschoss bei der Wiener Kunst um 1900. Das Gemälde gehört zur ständigen Sammlung und ist ganzjährig zu sehen.
Braucht man ein eigenes Ticket für „Der Kuss“?
Nein. Jedes Ticket für das Obere Belvedere schließt die Klimt-Säle ein. Ein Zusatz- oder Sonderticket gibt es nicht.
Darf man „Der Kuss“ fotografieren?
Ja, ohne Blitz und ohne Stativ. Rechnen Sie zur Mittagszeit mit Wartezeit für eine freie Sicht.
Wann ist der Klimt-Saal am leersten?
In der ersten Stunde nach Öffnung ab 9:00 Uhr und in der letzten Stunde vor Schließung. Zwischen 11:30 und 15:00 Uhr ist der Andrang am größten.
Wie viele Klimt-Gemälde besitzt das Belvedere?
Das Belvedere beherbergt die größte Sammlung von Klimt-Gemälden weltweit – darunter „Der Kuss“, „Judith“ und mehrere Attersee-Landschaften. Die genaue Zahl der ausgestellten Werke wechselt mit der Hängung.
Wird „Der Kuss“ jemals verliehen?
Nein. Aus konservatorischen Gründen verlässt das Gemälde das Obere Belvedere nicht – die Blattgold-Auflagen vertragen keinen Transport. Es ist ausschließlich in Wien zu sehen.
Ist „Adele Bloch-Bauer“ auch im Belvedere?
Nein. Die „Goldene Adele“ hing bis 2006 im Belvedere und befindet sich heute in der Neuen Galerie in New York. Im Belvedere sehen Sie unter anderem „Der Kuss“ und „Judith“.
