Alle beschriebenen Räume liegen auf den normalen Museumsrundgängen – Sonderführungen brauchen Sie nicht. Diese Seite geht Raum für Raum durch, vom Eingang des Oberen Belvedere bis ins Goldkabinett des Unteren.
Oberes Belvedere: der Rundgang
Das Obere Belvedere wurde als Festschloss gebaut – gewohnt hat hier zu Eugens Zeit niemand. Entsprechend ist das Innere eine Abfolge von Auftritten: Man betritt das Haus unten in der Gartenhalle, steigt die Prunkstiege hinauf und erreicht den Marmorsaal auf der Beletage. Die Museumssäle links und rechts davon waren einst Appartements und Galerien.
Die Raumfolge ist im Ticket enthalten; einen separaten „Prunkraum-Rundgang“ gibt es nicht, weil die Kunst in genau diesen Räumen hängt. Wo welche Werke zu finden sind: Gemälde im Belvedere.
Sala Terrena: vier Atlanten
Der Eintritt ins Erdgeschoss ist einer der stärksten Räume Wiens: Vier kolossale Atlanten aus Stein stemmen das Gewölbe der Sala Terrena. Was wie ein barocker Kraftakt aussieht, ist tatsächlich einer – die Halle war ursprünglich offen und leichter konstruiert; nach Gewölbeschäden um 1732 wurde sie mit den Atlanten und Pfeilern gesichert.
Der Stuck stammt von Santino Bussi, die Figuren aus der Werkstatt Lorenzo Mattiellis. Übersehen wird der Raum trotzdem oft, weil Besucher direkt zur Stiege durchlaufen. Zwei Minuten Innehalten lohnen sich.
Die Prunkstiege
Die zweiläufige Treppe zur Beletage inszeniert den Aufstieg wörtlich: Stuckreliefs zeigen Szenen aus dem Leben Alexanders des Großen – die barocke Chiffre für den Bauherrn Eugen. Von den Fenstern der Zwischenpodeste fällt der erste Blick in den Garten; im Sommer strömt hier das Licht diagonal durchs Haus.
Die symmetrische Untersicht vom Fuß der Treppe funktioniert am besten mit Weitwinkel am frühen Morgen, bevor die Gruppen kommen. Stative sind nicht erlaubt – legen Sie die Kamera notfalls aufs Geländer.
Der Marmorsaal

Zwei Geschosse Ruhm
Der Marmorsaal ist das Zentrum des Hauses: rotbrauner Stuckmarmor, vergoldete Kapitelle, darüber Carlo Innocenzo Carlones Deckenfresko, das den Ruhm des Prinzen Eugen allegorisch feiert. Durch die Fensterachse liegt Wien wie auf dem Präsentierteller – diese Sichtachse ist Teil des architektonischen Konzepts.
Hier wurde 1955 der Staatsvertrag unterzeichnet; eine Gedenktafel erinnert daran. Der Saal kann bei Veranstaltungen kurzfristig gesperrt sein – meist ist er aber frei zugänglich und gehört zum Pflichtprogramm jedes Besuchs.
Die Schlosskapelle
Die Hauskapelle des Oberen Belvedere ist vom ersten Obergeschoss aus einsehbar: ein hoher, intimer Raum mit Altarbild von Francesco Solimena und Fresken Carlones. Eugen konnte von seinen Räumen direkt auf die Empore treten. Die Kapelle wird bis heute gelegentlich liturgisch genutzt; der Blick von der Galerie ist im Museumsrundgang enthalten. Zugänglichkeit der Kapellenempore prüfen
Unteres Belvedere: die intimen Räume
Wer wissen will, wie Prinz Eugen tatsächlich lebte, braucht das Untere Belvedere – hier lagen seine Wohnräume. Drei Räume tragen den Besuch:
- Marmorgalerie – heller Festsaal mit Stuckreliefs und antiken Statuennischen; hier zeigte Eugen seine Antikensammlung.
- Groteskensaal – über und über bemalt mit Grotesken nach römischem Vorbild: Fabelwesen, Ranken, Vögel. Ein Raum wie ein Ornamentbuch.
- Goldkabinett – vergoldete Boiserien und Spiegel bis zur Decke; der konzentrierteste Prunk im ganzen Ensemble.
Der Zugang läuft über das Ticket des Unteren Belvedere bzw. das 2-in-1-Kombiticket; die Räume sind je nach Ausstellungsarchitektur unterschiedlich stark bespielt.
Was nicht zugänglich ist
- Verwaltungs- und Depotbereiche beider Schlösser.
- Der Marmorsaal bei geschlossenen Veranstaltungen (selten, meist abends).
- Restaurierungswerkstätten – Einblicke gibt es nur bei Sonderformaten des Museums.
- Teile der historischen Nebengebäude wie Orangerie und Prunkstall werden als Ausstellungs- bzw. Veranstaltungsflächen genutzt und sind nur bei laufenden Formaten offen. aktuelle Nutzung prüfen
Fotografieren im Haus
Für private Zwecke ist das Fotografieren in den Sammlungsbereichen üblicherweise gestattet – ohne Blitz, ohne Stativ, ohne Selfie-Stick. In Sonderausstellungen gelten oft eigene Regeln, die am Saaleingang ausgeschildert sind. Gewerbliche Aufnahmen brauchen eine Genehmigung des Museums.
Hausordnung laut belvedere.at – vor dem Besuch prüfen, Regelungen können sich mit Ausstellungen ändern.
Häufige Fragen
Wie sieht das Belvedere von innen aus?
Das Obere Belvedere ist eine barocke Raumfolge aus Sala Terrena mit vier Atlanten, Prunkstiege und zweigeschossigem Marmorsaal – in den angrenzenden Sälen hängt die Sammlung mit Klimts „Der Kuss“. Das Untere Belvedere zeigt intimere Prunkräume wie Groteskensaal und Goldkabinett.
Sind die Prunkräume im normalen Ticket enthalten?
Ja. Marmorsaal, Sala Terrena und Prunkstiege liegen auf dem regulären Rundgang durch das Obere Belvedere. Für Marmorgalerie, Groteskensaal und Goldkabinett brauchen Sie das Ticket des Unteren Belvedere.
Kann man im Belvedere innen fotografieren?
Ja, für private Zwecke ohne Blitz und Stativ. In Sonderausstellungen können eigene Regeln gelten – achten Sie auf die Beschilderung.
Was ist die Sala Terrena?
Die Eingangshalle des Oberen Belvedere im Erdgeschoss, deren Gewölbe von vier kolossalen Atlanten getragen wird. Sie wurden nach einem Gewölbeschaden um 1732 zur statischen Sicherung eingebaut.
Wo ist das Goldkabinett?
Im Unteren Belvedere am Rennweg. Der vollständig vergoldete Spiegelraum gehörte zu den Privaträumen des Prinzen Eugen und ist mit dem Ticket des Unteren Belvedere zugänglich.
Kann man den Marmorsaal immer besichtigen?
In der Regel ja, er ist Teil des Museumsrundgangs. Bei Veranstaltungen – etwa Staatsempfängen oder Konzerten – kann er kurzfristig gesperrt sein.